Starbierfest

Gute Unterhaltung zum Bier
SÜDKURIER 29.03.2011  

Stadtwerke-Chef Konrad Frommer dirigiert das Lied „Hoch Badnerland“ mit dem Musikverein Dettingen-Wallhausen beim Starkbierfest im Gasthaus Kreuz. Frommer verbrachte seine Militärzeit beim Musikcorps der 1. Gebirgsdivision in Garmisch-Partenkirchen.
Bild: Schutzbach

Lothar Bottlang erhielt für seinen dreiviertelstündigen Auftritt als Pater Josef stehenden Applaus. Und die junge Wirtegeneration der Familie Rommel meisterte im Gasthaus Kreuz erstmals das Traditionsfest als Verantwortliche.

Konrad Frommer hatte das Starkbierfest mit dem Fassanstich eröffnet. Nach drei gezielten Schlägen steckte der Zapfhahn fest. Tim Groeger, zweiter Braumeister der Schussenrieder Brauerei Ott, musste nicht eingreifen. Bereits im Sommer hatte Frommer das Dettinger Dorffest mit dem Fassanstich eröffnet. Da hatte er jedoch weniger Glück und zertrümmerte den schönsten Krug.

Musikalisch begleitete der Musikverein Dettingen-Wallhausen unter Leitung von Eva-Maria Agostini den unterhaltsamen Abend. Nach dem erfolgreichen Fassanstich durfte Konrad Frommer das Lied „Hoch Badnerland“ dirigieren. Dies tat er dann gekonnt. „Leider haben die Musiker nicht auf mich geschaut, ich wollte etwas mehr Schwung reinbringen“, bedauerte er. Offensichtlich hatten die Musiker nicht mit einem Profi gerechnet, der nicht nur einfach mit dem Armen herumwedelt. Frommer hatte nämlich seine Militärzeit beim Musikcorps der 1. Gebirgsdivision in Garmisch-Partenkirchen verbracht, dessen Dirigent damals der in Konstanz wohlbekannte Werner Zimmermann war. Frommers Instrument ist das Saxofon.

Die Lacher auf seiner Seite hatte Pater Josef, als er Politiker und den Zölibat anprangerte und das eine oder andere Missgeschick bekannter Personen erzählte. Während Noch-Ministerpräsident Stefan Mappus, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg ganz ordentlich ihr Fett weg bekamen, blieben die lokalen Politgrößen weitgehend ungeschoren – letztere scheinen ihre Arbeit offensichtlich professioneller zu verrichten als die auf Landes- und Bundesebene. Auf jeden Fall wissen die Gäste des Starkbierfestes, warum Mappus der Abschaltung des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1 zugestimmt hat: „Das Kraftwerk besitzt mehr Ausstrahlung als Mappus“, erklärte Pater Josef.

Eine wichtige Veränderung gab es dieses Jahr beim Starkbierfest: Am 1. Februar hatten Hansi und Gisela Rommel das Gasthaus Kreuz und die Trube-Stube den Töchtern Simone (mit Mann Alexander) und Christine übergeben. „Die Jugend ist jetzt Chef, und wir sind Gastarbeiter“, scherzte Hansi Rommel, der gekonnt durch den Abend führte. Er scheint ein starker Motivator zu sein, denn beim Maßkrugstemmen schaffte Peter Kopp über dreieinhalb Minuten, das mit Starkbier gefüllte Gefäß am ausgestreckten Arm zu halten. Trudi Merk übertrumpfte ihn allerdings um eine Minute.

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